MEMOR Digitales Gedenkbuch – Logo

Das Digitale Gedenkbuch der Stadt Graz

MEMOR ist ein digitales Denkmal, das sich der Dokumentation und Visualisierung der Grazer NS-Opfer widmet.

Peter Herzog

Letzte freiwillige Wohnadresse: Wormgasse 8, 8010 Graz
RDF RDF RDF


Biografie

Peter Herzog: geboren 12.9.1928 in Graz, gestorben 1941 in Hartheim. Während der Geburt erlitt er eine Gehirnblutung, die bleibende Schäden hinterließ. Sein Vater, Dr. Georg Herzog (geboren am 20. August 1893), war Rechtsanwaltsanwärter und stammte aus einer jüdischen Familie aus Wien, die vom Holzhandel lebte. Er konvertierte im November 1914 zum Katholizismus, diente im Ersten Weltkrieg als Frontoffizier und erhielt fünf Kriegsauszeichnungen. Am 27. September 1919 heiratete er in Graz-St. Leonhard die Medizinstudentin Claire Rudolf (geboren am 7. März 1895 in einem kleinen Ort im Bezirk Mährisch-Weißkirchen, Tschechien). Sie war die Tochter des Oberst Friedrich Rudolf und seiner Ehefrau Alice, geborene Merores. Georg und Claire Herzog bekamen am 11. Juni 1921 eine Tochter namens Angela. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde Georg Herzog aufgrund seiner jüdischen Abstammung ein Berufsverbot erteilt und mit Inkrafttreten des fünften Reichsbürgergesetzes am 1. Jänner 1939 von der Anwaltsliste gelöscht. Die Familie versuchte verzweifelt, Österreich zu verlassen und Einreisezertifikate zu erhalten, was mit einem beeinträchtigten Kind aber nahezu aussichtslos war. Peter Herzog lebte zu dieser Zeit im Pius-Institut in Bruck an der Mur. Im März 1939 konnte die Familie Herzog schließlich ohne Peter nach Großbritannien emigrieren. Peter Herzog kam am 8. August 1940 in den „Feldhof“, zunächst auf Station 1b. Nach einem Urteil des Amtsgerichts wurde der 13-jährige Peter Herzog am 11. Jänner 1941 entmündigt und wenige Wochen später, am 13. Februar 1941, in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz „verlegt“. Er wurde noch am selben Tag oder wenige Tage nach seiner Überstellung im Rahmen der NS-„Euthanasie“ („Aktion T4“) in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim vergast und anschließend kremiert. Seine Familie überlebte in Großbritannien.

Meldeschein von Peter Herzog (1)

Das Bild zeigt die Vorderseite des Meldescheins von Peter Herzog

Kein Bild vorhanden
Meldeschein von Peter Herzog (2)

Das Bild zeigt die Rückseite des Meldescheins von Peter Herzog

Kein Bild vorhanden

QR Code zur Person

Peter Herzog: geboren 12.9.1928 in Graz, gestorben 1941 in Hartheim. Während der Geburt erlitt er eine Gehirnblutung, die bleibende Schäden hinterließ. Sein Vater, Dr. Georg Herzog (geboren am 20. August 1893), war Rechtsanwaltsanwärter und stammte aus einer jüdischen Familie aus Wien, die vom Holzhandel lebte. Er konvertierte im November 1914 zum Katholizismus, diente im Ersten Weltkrieg als Frontoffizier und erhielt fünf Kriegsauszeichnungen. Am 27. September 1919 heiratete er in Graz-St. Leonhard die Medizinstudentin Claire Rudolf (geboren am 7. März 1895 in einem kleinen Ort im Bezirk Mährisch-Weißkirchen, Tschechien). Sie war die Tochter des Oberst Friedrich Rudolf und seiner Ehefrau Alice, geborene Merores. Georg und Claire Herzog bekamen am 11. Juni 1921 eine Tochter namens Angela. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde Georg Herzog aufgrund seiner jüdischen Abstammung ein Berufsverbot erteilt und mit Inkrafttreten des fünften Reichsbürgergesetzes am 1. Jänner 1939 von der Anwaltsliste gelöscht. Die Familie versuchte verzweifelt, Österreich zu verlassen und Einreisezertifikate zu erhalten, was mit einem beeinträchtigten Kind aber nahezu aussichtslos war. Peter Herzog lebte zu dieser Zeit im Pius-Institut in Bruck an der Mur. Im März 1939 konnte die Familie Herzog schließlich ohne Peter nach Großbritannien emigrieren. Peter Herzog kam am 8. August 1940 in den „Feldhof“, zunächst auf Station 1b. Nach einem Urteil des Amtsgerichts wurde der 13-jährige Peter Herzog am 11. Jänner 1941 entmündigt und wenige Wochen später, am 13. Februar 1941, in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz „verlegt“. Er wurde noch am selben Tag oder wenige Tage nach seiner Überstellung im Rahmen der NS-„Euthanasie“ („Aktion T4“) in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim vergast und anschließend kremiert. Seine Familie überlebte in Großbritannien. Letzte freiwillige Wohnadresse: Wormgasse 8, 8010 Graz | MEMOR Das Digitale Gedenkbuch der Stadt Graz.


Stationen 0/0
  • Name: Peter Herzog (person description)
  • Datum: 2026
  • RDF RDF
  • RDF Dublin Core
  • RDF Metadatenansicht

Keine Zeichen verbunden